Bericht vom 26.5.2015
Trotz vieler Notfallcamps für die Erdbebenopfer sind die geplanten Verbesserungen und die Arbeit im Ratnanagar Spital regelmässig weiter gegangen.
Solaranlage:
Mit einiger Verzögerung ist die Installation der grossen Solaranlage, welche unser ganzes Spital mit genügend Strom versorgen wird, nun fast fertig gestellt. Die 108 Solarpanels sind bereits auf dem Dach installiert und diese Woche beginnt die neue Verkabelung für alle Räume des Spitals. Bis Anfangs Juni soll die ganze Anlage in Betrieb genommen werden können. Das wir ein wichtiger Meilenstein sein, den die vielen Stromunterbrüche haben die Arbeit in allen Abteilungen immer wieder verzögert, etwa im Labor oder im Röntgen.
Zahnklinik:
Die Volontärin Chantal Bachmann, eine Zahnhygienikerin aus der Schweiz, war während 5 Wochen hier und hat zusammen mit der nepalesischen Dentalassistentin Menuka den grossen Raum ausgemistet. Unglaublich wie viel unnötiger Schrott sich da angesammelt hatte und einfach nicht entsorgt wurde. Zudem wurden viele nicht mehr funktionierende Geräte repariert. So war beispielweise beim Speichel-Absaugschlauch lediglich der Schlauch von einer Maus durchgebissen. Vieleicht aus Geldmangel, Unwissenheit oder Bequemlichkeit werden in solchen Situationen meist keine Handwerker gerufen. Es macht mich immer wieder sprachlos und/oder auch sehr ärgerlich, wie dann einfach weitergewurstelt wird.
Schon bald konnten Chantal und Menuka, die sich gottlob sehr gut verstanden, mit der Arbeit beginnen. Sie haben Hunderte von faulen, wackeligen und schmerzenden Zähnen gezogen, wenn möglich die Karies-Zähne geflickt und Zahnreinigungen gemacht. Nicht nur die PatientInnen wurden instruiert, wie sie die Zähne regelmässig putzen müssen, sondern es wurde dazu auch eine Fortbildung für das ganze Spitalpersonal gemacht. Schliesslich haben die beiden auch zweimal ein Camp in einem kleinen Hostel mit Waisenkindern gemacht, dort ebenfalls viele wackelige und infizierte Milchzähne gezogen. Die etwa 100 Kinder wurden ebenfalls instruiert, wie sie die Zähne richtig putzen müssen und haben zum Schluss dafür auch Zahnbürsten und Zahnpasta geschenkt bekommen.
Geburtszimmer:
Noch letztes Jahr gab es hier jeweils nur alle zwei bis drei Monate eine Geburt. Das Geburtszimmer war ein düsterer Raum ohne Fenster. Seit Shanti Med das Spital unterstützt und für bessere Hygiene sorgt, wurde das Zimmer in einen anderen Raum mit Fenster verlegt und teilweise mit neuem Mobiliar aus der Schweiz eingerichtet, insbesondere mit einem bequemen gynäkologischen Stuhl. Seit 6 Wochen kommt jetzt auch einmal in der Woche ein Gynäkologe aus der Hauptstadt für die regelmässigen Schwangerschaftskontrollen. Die Anzahl der Geburten steigt nun kontinuierlich an und inzwischen kommt hier ungefähr wöchentlich ein Kind zur Welt.
Labor:
Das Labor wird nun in einem grösseren neuen Raum neu eingerichtet. Wir haben eine neue vollautomatische Labormaschine Erba 2000 für die Elektrolyt- und Leberenzyme-Bestimmung finanziert und sobald die Solaranlage den benötigten Strom liefert werden wir dieses in Betrieb nehmen können.