Bericht vom 16.5.2016
Im März haben wir wieder unser Kamaya Dorf im Süden besucht. Das neue Versammlungshaus dort im zweiten, noch sehr unterentwickelten Dorfteil ist fertig. Die Leute haben es selber gebaut, SMN hat das Material dazu bezahlt. Die Menschen sind sehr glücklich, dass hier endlich auch einen trockenen Treffpunkt haben, denn während der Monsunzeit stehen die Lehmhütten meistens im Wasser.
In der Nähe des Kamaya Dorfes haben wir erstmals auch zwei Taru Dörfer besucht. Die Taru sind die Ureinwohner dieses südlichen Grenzgebietes zu Indien. Doch sind sie von der Entwicklung noch weitgehend abgeschnitten. Sie sprechen meist nur ihre eigene Taru-Sprache und leben in grosser Armut. Eine indische Organisation versucht nun, in den Dörfern den Kindern nepalesisch beizubringen, damit sie endlich auch die öffentlichen Schulen besuchen können. Die kleinen verfügbaren Räume sind aber so dunkel, dass man darin kaum lesen und schreiben kann. SMN hat nun für zwei solcher Räume kleine Solareinrichtungen für den Betrieb von Lampen bezahlt.
Wir haben dieses Jahr bereits wieder fünf Health Camps in entlegenen Chepang Dörfern gemacht. Nach dem schweren Erdbeben ist dort noch kaum Hilfe angekommen. Bei allen Camps haben wir auch Reis und Linsen an die unterernährten Kinder verteilt. In Kavilas, wo wir das Geld für den Wiederaufbau der zerstörten Dorfschule gespendet hatten, konnten wir gleichzeitig auch die endlich fertig gestellte neue Schule einweihen.
Sehr eindrücklich war unser Health Camp in Washbang, einem Dorf das buchstäblich hinter sieben Bergen liegt. Die eindrückliche Fahrt dorthin hat 4 1/2 Stunden gedauert, steil hinauf und wieder steil hinunter, etwa sieben Mal. Wir haben dort etwa 200 PatientInnen versorgt. Die Unterernährung vieler Kinder war so eindrücklich, sodass wie eine Ernährungsprojekt für zwei Monate beschlossen haben: 50 Familien mit total 250 Kindern erhalten nun wöchentlich je 5 Eier und 1 kg Milchpulver monatlich. Zur Freude von gross und klein konnten wir auch sehr viele Spielsachen verteilen, welche uns aus der Schweiz geschenkt worden waren.
Die Arbeit im Spital läuft weiter sehr gut und die Zahl der PatientInnen steigt kontinuierlich. Einzig die Fertigstellung des Operationssaals hat mich Nerven viel gekostet, weil die nepalesischen Handwerker meist alles nur unsorgfältig machen und vieles verbessert und repariert werden muss, kaum ist es fertig. Endlich als nach vielen Verzögerungen der OP-Raum fertig war, haben wir festgestellt, dass die elektrischen Leitungen falsch und ungenügend verlegt worden waren. Die Wände mussten erneut auf gespitzt und wieder gestrichen werden. Aber nun endlich ist der OP fertig, der Operationstisch und die Lampen sind montiert, die anderen Instrumente platziert und die Arbeit kann beginnen.