Schrittweise haben wir mit dem Umzug in den Neubau begonnen. Das ist eine grosse Freude und war auch dringend nötig. Vor der Anmeldung bilden sich jeden Morgen längere Schlangen und das Gedränge im Altbau war oft kaum auszuhalten.
Vier wichtige ambulante Sprechstunden sind nun bereits im neuen Gebäude untergebracht:

Der Kinderarzt Dr. Biswo untersucht jeden Morgen etwa 40-50 Kinder, während sich die wartenden Kinder mit den vielen Spielsachen draussen vor der Tür vergnügen.

Die Dermatologie ist wunderschön hell und gross, zwei nepalesische Dermatologen, Dr. Karki, Dr. Manoj, ein Assistent Dr. Anjal und ich arbeiten dort. Für die Verbände, Exzisionen und andere Eingriffe haben wir 2 Patientenliegen in abgetrennten Nischen. Und in der 3. Nische haben wir unsere neuen Apparate aufgestellt: UV-Ganzkörper-Kabine, Hand- und Fuss-UV-Gerät, Pedicure, Iontophorese. Wir sind nun endlich gut ausgerüstet. Jeden Tag kommen weit über 100 dermatologische Patientinnen und Patienten.

Seit einem Monat haben wir nun auch einen Hals- Nasen- Ohrenarzt, Dr. Paras. Auch sein Zimmer ist ganz neu eingerichtet.
Dr. Arun, unser Gynäkologe, untersucht jeden Tag 40-50 Frauen, macht Schwangerschaftskontrollen, Ultraschall, PAP-Abstriche, Kaiserschnitte. Er ist sehr beliebt bei den Frauen.

Letzte Woche ist auch ein neuer Container angekommen, wiederum sehr viel nützliches Einrichtungs- und Verbrauchsmaterial. Zusammen mit 15 Helferinnen und Helfern war alles nach 5 Stunden ausgepackt und vorläufig in Vorratsräumen untergebracht. Eine lange Arbeit wird es nun sein, alles am richtigen Ort zu platzieren. Für das Gruppenfoto zum Schluss kamen auch der Gemeindepräsident und einige Spitalkomitee-Mitglieder.

Am Neubau gibt es jetzt immer noch einiges fertig zu stellen. In zwei Wochen werden wieder die Scouts aus Bonn kommen und in den Gängen des ersten und zweiten Stocks die Hartgummi-Böden verlegen. Weiter werden sie eine Rollstuhle-Rampe zum Hintereingang des Neubaus bauen und viele weitere wichtige Reparaturarbeiten machen, für welche wir in Nepal einfach keine sorgfältigen Handwerker finden.

Das ist alles sehr erfreulich und vor allem haben wir immer mehr dankbare und zufriedene Patientinnen und Patienten. Unser Spital hat wirklich einen sehr guten Namen. Und ich bin froh, dass wir nach wie vor viele Bedürftige unentgeltlich behandeln können. Ein ganz herzliches Dankeschön geht an all unsere SpenderInnen und Sponsoren!

Pädiatrie in Nepal: Erfahrungsbericht von Dr. Med. Martin Sutter - Kinderärzte-Schweiz 01/2019 (PDF)

Seit meiner Ankunft in Nepal am 5.Februar haben mich auch diesmal die vielen wartenden Aufgaben sehr in Trab gehalten. Glücklicherweise erhalte ich viel Unterstützung von den zahlreichen deutschen und schweizerischen VolontärInnen, die für kürzer oder länger da sind:

Dr. Beate Heitmann, eine erfahrene Gynäkologin, hat sich sehr in der Geburtshilfe/Gynäkologie eingesetzt. Täglich gibt es jetzt Geburten und gemeinsam haben wir oft am Morgen die Visite bei Mutter und Kind gemacht und ihnen auch einen Sack mit Babykleidern aus der Schweiz gebracht. Die Frauen freuen sich sehr darüber.

Auch Dr. Rolf Löw, der Kinderarzt, ist wieder da. Er hat auch einen jungen Kinderarzt, Dr. Stephan Münzer, mitgebracht, welcher hier «schnuppern» wollte. Die Partnerin von Rolf, Dr. Angelika Dietz, ist Ernährungsspezialistin und hat Fortbildungen für das Personal und Einzelberatungen für Patienten mit Diabetes, Bluthochdruck, schwangere und stillende Frauen gemacht.

Und seit einer Woche ist Dr. Anna-Lena Fuchs hier, eine Assistenzärztin aus Sursee.

Grosse Hilfe erhalte ich von Ingrid Wecke und Trudy Neuenschwander, welche sich sehr engagiert beim Sortieren des Materials aus den Containern und dem Reinigen und Einrichten des Neubaus einsetzen. Sie werden unterstützt von Peter Wacker, dem Ehemann von Beate, welcher handwerklich geschickt ist und gut mit dem Borer umgehen kann, viele Vorhangstangen und anderes aufhängt und viele nützliche Ideen hat. Und auch Caroline Schmedding, die Kinderkrankenschwester, ist tatkräftig am Mithelfen, wo immer sie gebraucht wird.

Für drei Wochen hat Fabienne Hartmann, eine Zahnarztgehilfin, in der Dental-Abteilung gearbeitet.

Zusammen haben wir auch ein grosses Health Camp in Chisapani durchgeführt, dem Ort, wo bei den verheerenden Überschwemmungen von 2017 hunderte von Familien ihre Häuser verloren haben und noch immer in bedrückender Armut in behelfsmässigen Hütten leben müssen. Gemeinsam haben wir über 200 grosse und kleine Patienten kostenlos untersucht und mit Medikamenten versorgt. Viele der Kinder sind unterernährt und haben «Wasserbäuche». Da sich die Menschen in diesem Dorf nicht genügend Nahrungsmittel leisten können, haben wir auch 65 grosse Säcke Reis und 21 Säcke Linsen zum Verteilen mitgebraucht.

Während meines Schweizer Weihnachtsurlaubs ist es im Neubau leider nicht so vorwärts gegangen wie ich erhofft hatte. Die Baufirma hat in dieser Zeit fast keine Arbeiter geschickt, sodass alles in Verzug kam und die Fertigstellung des Neubaus nun schon weit über ein Jahr verspätet ist. Zudem mussten wir auch viele Baumängel, wie undichte Fenster oder nicht richtig schliessende Türen reparieren lassen, unsorgfältige Malerarbeiten und undichte Wasseranschlüsse ausbessern lassen. Doch Jammern nützt da leider wenig. Trotz allem freue ich mich sehr über die schönen und hellen Räume. Einige können schon benutzt werden, wie z.B. die grosse Aula, mein neues Büro oder bald auch der grosszügige Dermatologie-Behandlungsraum.

Freude macht es auch, die vielen aus der Schweiz gespendeten Spielsachen an die Kinder zu verteilen. Im Antyodaya Internat sind die kleinen ganz fasziniert von der Eisenbahn oder den grossen Autos.

Gemeinsam haben wir auch die Schule von Schwester Miriam in Hetauda besucht, sie organisiert für uns jeweils die Health Camps in Chisapani.

Im Frühjahr wird jeweils viel geheiratet und auch wir wurden wieder zu einer Hochzeit eingeladen.

 

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